Bereits 1986 wurde das CD Format CDI (Compact Disc Interactive) entwickelt und vorgestellt. Das besaß die Möglichkeit eine CD zusätzlich mit Bildern und Videos auszustatten. 1990 tat Philips auch alles um CDI durchzusetzen mit Entwickler Tools usw.
1991 dann brachte Philips der breiten Öffentlichkeit auch eine eigene "Konsole" um die Möglichkeiten des Multimediazeitalters der Öffentlichkeit näher zu bringen. Das CDI mit der Nummer 210 sah noch aus wie ein Videorecorder. Dies lag daran das es nicht als Spielekonsole gedacht war und seinen Platz im Wohnzimmer finden sollte und nicht im Kinderzimmer. Hinzu kam das laut den damaligen estetischen Vorstellungen ein Gerät schwarz und eine große CD Schublade besitzen mußte um teuer zu wirken.
Philips CDI 210 (1991)
Das Gerät war im Grunde wie die heutigen DVD Player von der Steuerung her. Mit den Fronttasten konnte man die Standardfunktionen steuern wie z.B. CD abspielen, Track vor und zurück. Wie bei allen CD Konsolen wird eine interne CD Playersoftware gestartet sobald eine Audio-CD eingelegt wird und man kann alles am Fernseher steuern.
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Es gab aber nicht nur die berühmtesten Versionen 210 und 450. Es gab noch weit mehrere CDI Geräte aus verschiedenen Jahren.
Eine komplette Übersicht mit Bildern und Beschreibungen der teilweise nur marginalen Unterschiede gibts hier
Angriff auf die Konsolenwelt
1994 dann gab es ein überarbeitetes und aus-sergewöhnliches Gerät mit der Nummer 450. Hierbei war der Fokus klar auf die Konsolenwelt gelegt. Der Preis wurde ebenfalls gesenkt und eine Werbekampagne gestartet. Zwar konnte auch dieses Gerät wie das CD32 alle Arten von Multimediainhalten auf CDs darstellen, aber auch hier mußte zum abspielen von Video CDs (VCD) erste eine Erweiterungskarte nachgerüstet werden.
Philips CDI 450 (1994)
Leider war die Zeit dafür schon zu spät, da der Sega Saturn sowie die Sony Playstation in den Startlöchern stand. Diese waren nicht nur billiger sondern auch leistungsfähiger und gerade die wichtige 3D Grafik war auf dem Gerät kaum möglich.
Als Eingabegerät gab es diesen Stick in der Form einer Fernbedienung. Dieser soll aber sehr unhandlich gewesen sein. Ich habe nur das Gamepad dabei gehabt und keinerlei Beschwerden zu vermelden. Es gab auch noch eine Maus, Trackball (u.a. auch extra für Kinder) und ein Gravis Gamepad.
CDI Gamepad
Das Spielematerial
Die Spiele selber waren oft alles "interaktive Spielfilme". Sie bestanden zum größten Teil aus Filmsequenzen in denen man an gewissen Stellen eine schnelle Reaktion zeigen mußte.
Genauso aber auch Adventures wie "Myst" oder Puzzles wie Reversi (Othello). Tatsächliche Konsolenspiele wie Jump´n´Runs gab es zwar, die aber oft schlecht umgesetzt waren. (mehr dazu bei Nintendo)
Chaos Control
Lucky Luke
7th Guest
Es gab ein paar echte Lichtblicke. Die Stärken des Gerätes lagen eindeutig in den interaktiven Adventures und Puzzlespiele. So waren "7th Guest", "Lost Eden" oder "Voyeur" gute Umsetzungen mit mehreren Endungen. Aber allein das Wort "interaktiv" war schon genauso aus der Mode wie die Spiele und es ließ sich niemand mehr mit Videos beeindrucken. Auch Arcade vor Filmsequenzen wie das berühmteste CDI-Spiel überhaupt "Chaos Control" gabs oft.
Viele der interaktiven Reaktionsspiele waren zwar grafisch schön gemacht ("Space Ace", "Escape from Cybercity", "Dragons Lair") aber schlichtweg unmöglich zu schaffen. Es läuft eine Filmsequenz ab, ohne irgendeine Vor-warnung muss man selbst eine Bewegung vollführen im richtigen Moment. Wenn diese nicht geschafft wird, wird die ganze Sequenz nochmal abgespielt. Das bringt nicht nur Frust und Langweile, es führt dazu das das ganze Spiel nur aus "auswendig lernen" besteht.
Das Jump´n´Runs gut möglich waren mit der Hardware zeigt das 3. Generation Spiel "Lucky Luke" dies besonders gut. Einzelne verschiedene Genres tauchten auch auf, aber nur Einzelfälle wie z.B. das Beat´em´Up "Bodyslam"
Im harten Videospielsektor konnte das CDI nicht überleben, aber auf der Edutainment-Schiene fuhr es gut. Viele Filmsequenzen und kleinerer Spielchen waren dafür perfekt. Auch Lexika oder andere Multimedia Dokumentationen waren beliebt. In Fahrschulen wird das CDI heute noch oft verwendet, da man mittels eines Barcodelesers eine Filmsequenz auf einer CDI ansteuern kann.
Zelda und Mario für das CDI? | Nintendo, die Hure unter den Unternehmen ;-)
"Anfang 1991 plante Nintendo das SNES um eine revolutionäre Neuheit zu erweitern, es sollte eine Erweiterung in Form eines CD-ROM-Laufwerks auf den Markt gebracht werden. Dazu ging man eine Kooperation mit Philips ein, welche die CD-Laufwerke liefern sollten. Dieses Gespann hätte damit einen Quasi-Standard gesetzt und da Philips selber gerade das CD-I-Format entwickelt hatte, wäre es sehr wahrscheinlich gewesen, dass sich dieses Format auch für andere Anwendungen durchgesetzt hätte. Nintendo gab Philips sogar das Recht, einige Charaktere aus Nintendo-Spielen in eigenen Produkten zu benutzen, so dass einige einfache Spiele mit Mario und Zelda rauskamen. In dieser Kooperation hatte Nintendo jedoch die komplette Kontrolle über alle Spiele, die hierfür heraus gebracht werden.
Als Nintendo das Gerät jedoch im selben Jahr auf der C.E.S. präsentieren wollte, machte sich Sony auf-merksam, mit denen Nintendo noch einen Vertrag von 1988 hatten. Deswegen platzte der Deal mit Philips und Nintendo wechselte die Seite zu Sony und zusammen präsentierten sie ein Gerät, das sie Playstation nannten. Es handelt sich hierbei nicht um die PlayStation von Sony!
Dieses Gerät spielte spezielle "Super Discs" mit 680 MB Kapazität und normale SNES-Spiele ab. Als Nintendo jedoch bemerkte, dass Sony die Kontrolle über die Veröffentlichung von Spielen hatte, schlossen sie erneut einen Vertrag mit Philips.
Sie konnten jedoch nicht aus dem Vertrag mit Sony, da sie von diesen mit dem Sound-Chip des SNES versorgt wurden.Nintendo wollte unter allen Umständen die Kontrolle über die Software behalten. Sony jedoch wollte sie in dem Kontrakt halten und drohte sie zu verklagen.
Nintendo beruhigte sie und Sony wartete ab, nur um auf der nächsten C.E.S. von Nintendo zu erfahren, dass sie eine Exklusiv-Kooperation mit Philips hätten. Um die japanische Wirtschaft nicht zu schwächen, verzichtete Sony auf einen Prozess. Nintendo jedoch schaffte es, sich aus den kritischen Teilen des Vertrags mit Sony herauszuwinden und führte seine Arbeit mit Philips weiter .Lange hielt auch diese Zusammenarbeit nicht und Nintendo wechselte wieder die Seiten.
Nach mehreren Monaten dieses Hin und Hers begrub Nintendo das Projekt, obwohl es anscheinend schon sehr weit gediehen war. Ein besonderer Grund war die Veröffentlichung eines weiteren Chips für ihre Spiel-module, der die Daten für das Hauptgerät aufbereitet und bessere Effekte ermöglicht. Die CD-Erweiterung musste verbessert werden, um diesen neuen Chip noch zu übertrumpfen. Was jedoch letztendlich der aus-schlaggebende Grund für die Aufgabe des Projekts war, ist bis heute unbekannt."
(Quelle: Wikipedia, der freien Enzyklopädie, Link hier)
Nintendo lies Philips an ihr Heiligstes, ihre Videospiel-charaktere. Durch diese kurze Liaison konnte Philips ein paar typische Nintendospiele entwickeln.
Zelda - The Wand of Gamelot
Link - The Faces
of Evil
Zelda
Adventure
Hotel Mario
Super Marios
Wacky Worlds
Leider war die Qualität der Spiele so schlecht, das keines trotz des großen Namens überzeugen konnte. Das Spiel "Super Marios Wacky Worlds" ist offiziell nie erschienen. Es wurde eingestellt aber eine unfertige Version kursiert im Internet die man auf CD brennen und antesten kann.
Ich habe sie gespielt und muss sagen, das wäre wohl das einzige Spiel mit Nintendo-Lizenz gewesen das wirklich hätten überzeugen können. Die Qualität erinnert stark an Nintendo. Es hätte den Niedergang des CDI aber auch nicht aufhalten können.
Technik
Motorola 68070 mit15.0 MHz
1 MB Chip RAM
768x540 Pixel Auflösung, 16777216 Farben
Gamepad, Serial port, 2 Gameports, Interfaces für ein Keyboard (Hardware variiert bei verschiedenen Modellen)