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Andere Systeme - Amiga CD³²
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CD32 Werbespot von YouTube (Flash benötigt)

 

Amiga CD³²     |     Commodores letzter Versuch

Anno 1993 in der Steinzeit der Multimedia hatten Phillips und Commodore das Ziel die multimedialen Fähigkeiten der CD für den Normalbürger begreiflich zu machen.

Phillips entwickelte das CDI (siehe CDI) und Commodore das CDTV. Dies war ein Amiga 500 + (1 MB RAM) mit einem CD-ROM Laufwerk und einer Fernbedienung die als Gamepad genutzt wurde.

Amiga CDTV



Leider floppte dieser Versuch an der zu langsamen CPU und der fehlenden Software. Das Konkurrenzprodukte CDI und 3DO floppten aber genauso.

Commodore gab aber nicht auf und versuchte die Schwächen auszumerzen. So entstand das Amiga CD32. Die erste (und einzige) Konsole von Commodore.


Das Gerät war optisch kein besonderes Highlite. Ähnlich den Konkurrenten CDI und 3DO ist es in etwas bieder gehalten um eine Chance im Wohnzimmer zu erhalten als Multimediagerät und nicht wie klassisch bunte Konsolen vom grossen N.

Besonders misslungen war das Design des Gamepads, das mehr an einen Wurfhaken oder Knochen erinnert als an ein Eingabegerät. Große Spielezubehörhersteller haben aber andere Gamepads auf den Markt gebracht die brauchbarer waren dank Dauerfeuer. Trotz des merk-würdigen Aussehens lag aber das alte Pad recht gut in der Hand.

Multimediazeitalter

Den Multimediaspaß trübte die Tatsache das das Gerät eine MPEG Karte gebraucht hat um SVCDs abzuspielen. Da es ohnehin nur wenige Film auf CD gab, war es auch nicht wirklich interessant.
Drinnen hatte man diesmal einfach einen Amiga 1200 mit einem Double Speed CD-ROM verbaut. Dieser war dank AGA Chipsatz weitaus leistungsfähiger und konnte 256 aus etwa 16,7 Millionen Farben darstellen.

Fullscreen Filme liessen sich aber immernoch nicht ohne Interlaced Streifen (eine Zeile Pixel, eine Zeile schwarz) darstellen. Für damalige Verhältnisse war man als Amiga User hellauf begeistert, da richtig lange Animationen und Vorspänne bis dahin Wunschdenken war und man jedes Filmschnippselchen visuell aufsaugte. Vorher gab es nur kurze Filme auf dem Amiga500 die auf eine Diskette passen mußten.

"Fullscreen"-Intro aus
Roadkill (1994)
anschauen (Popup)

Dank eines verbauten, speziellen Chips namens Akkiko sollte die Konvertierung von 3D Grafik (die traditionell schwierig war auf dem Amiga) vom PC erleichtert werden. Da die Hardware aber zu schwach war für 3D Titel wurden keine Titel konvertiert und ein paar exklusiv entwickelt.



CD32 Präsentationsvideo (war bei der Konsole enthalten)
(Zuerst kommt das normale Startmenü der Konsole - fliegende CD)

 
Technik

  • Motorola 68020 (68EC020RC16) mit 14,18 MHz (PAL-Version) bzw.
    14,28 MHz (NTSC-Version)
  • 2 MB Chip RAM
  • 1 MB ROM mit Kickstart ROM 3.1 und integriertem cdfs.filesystem
  • 1 KB Flash ROM zum Speichern von Spielständen
  • AGA Chipset
  • CD-ROM Double-Speed-Laufwerk mit Audio-CD-Abspielmöglichkeit
    (Software im ROM integriert)
  • Akiko-Chip, der zuständig war für CD-ROM-Laufwerk plus weiterer Features
  • Amiga OS 3.1
  • 4×8-bit-Audio-Kanäle
  • Gamepad, Serial port, 2 Gameports, Interfaces für ein Keyboard

     Daddel-ei   |   Das Öl im Getriebe - die Spiele    
   

Wie bei den meisten Konsolen die nie ein Erfolg wurden, wurde auch das CD32 nicht richtig ausgereizt. Kein Entwickler ließ sich drauf ein extra ein Spiel dazu zu entwickeln und die Fähigkeiten auszunutzen.

Daher wurden meistens Amiga 500 und 1200 Spiele für das CD32 mit CD Audio und einem Intro versehen. Es gab so schrottige Umsetzungen wie die des Multimedia-Hits "Rise of the Robots".

Zu erwähnen wäre auch noch der gut gemachte Vorspann von Alien Breed - Tower Assault.

Alien Breed 3D
 
Fears
 
Gloom

Es gab auch 3D Spiele wie z.B. Alien Breed 3D, Fears oder Gloom. Die "beste" Grafik davon hatte Gloom, wobei auch dort alles sehr pixelig und kaum wahrnehmbar war.
Rise of the Robots
 
Roadkill
 
Super Putty
 

5 Minuten Ruhm...

1994 kam das Spiel "Microcosm" heraus. Es war im Grunde ein simpler Shooter bei dem man vor einer "Videoleinwand" mit einem 2D Raumschiff auf ranzoomende Viren geschossen hat.


 

grafisches Wunderwerk - Microcosm (1994)

Das Highlite des Spieles waren die vielen düsteren Animationen mit echten Schauspielern vor gerenderten Hintergründen. Das Spiel wurde für die CD-Systeme CDI, 3DO, Sega-CD, PC CD-ROM und CD32 veröffentlicht.

Einzig die CD32 Version soll laut großer Spiele-zeitschriften (damals noch Multi-Zeitschriften für alle Systeme) die beste Umsetzung gewesen sein. Dies wurde an den Ladezeiten, der flüssig Darstellung und Qualität der Animationen festgemacht. Das CD32 bekam zum ersten mal echte Aufmerksamkeit ausserhalb der Amiga Szene. Aber auch dies verhalf ihr nicht zum Durchbruch.

 

 
 
 
Ein Zusammenschnitt mehrerer CD32 Spiele
Leider meist nur Amiga 500 Remakes und die wirklich bedeutenden Spiele
wie Gloom oder Microcosm fehlen. Aber immerhin ist Jetstrike drin.
 
     
about ME   |   wie ich dazu kam...
     
     

Ich kann mich noch gut erinnern. Es war ein Tag an dem ich auf dem alten Amiga 500 Body Blows Galactic spielen wollte. Das Spiel hatte 8 Disketten und während der Ladezeiten ging die Jongliererei los. Disk 1...dann Disk 5...usw.

Mir ging es furchtbar auf die Nerven und so dachte ich mir: "CD muss her!". Nie wieder Ladezeiten! (diese naivität )
Natürlich würde ich niemals den guten Amiga verlassen. Also müßte ein Amiga mit CD her. Im Neckermann-Katalog sah ich das Prachtstück. Aber nicht besonders toll präsentiert. Neben Nintendo und Sega, ganz klein in einer Ecke. Neben einem Phillips CDI. Ich hatte noch nachgedacht was ich nehme, CDI oder CD32 !?

Aber ein Amiga ist halt ein Amiga und da kauft ich total blind das Gerät, bzw in dem Alter wünschte man es sich zu Weihnachten ohne was drüber gelesen zu haben.

 

Nach der anfänglichen Freude über die neuen Möglichkeiten blieb nur noch die Hoffnung das es auch mehr Software geben wird. Leider gab es das nicht. Zwar kaufte ich so ziemlich jedes Spiel, aber mit den Neuentwicklungen ging es rapide bergab.

Es dauerte nicht lange, dann starteten die ersten Erfahrungen mit dem PC und klar, der Amiga wurde uninteressant.

Zwischendurch hatte ich mich geärgert das Ding gekauft zu haben, aber inzwischen bin ich sehr froh darüber. Eine schöne alte Konsole, die behalten werden muss.